"Das europäische IVF-Zentrums meines Vertrauens"

Situation in Deutschland

Eizellspende ist in Deutschland noch nicht erlaubt. Das deutsche Embryonenschutzgesetz von 1991 verbietet diese Methode und stellt auch Ärzte, die Eizellspende unterstützen und dazu beraten unter Strafe (siehe Ablauf / so funktioniert es).

Nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am 3.11.11. in letzter Instanz bestätigt hat, dass Staaten Eizellspende national verbieten dürfen, wird es in absehbarer Zeit keine Änderung in der deutschen Gesetzeslage geben.

Auch in Österreich und der Schweiz ist die Eizellspende verboten. Für viele betroffene Kinderwunsch-Paare ist es nicht nachvollziehbar, warum Samenspende in Deutschland erlaubt, Eizellspende hingegen verboten ist. Dies erklärt sich vielleicht nur aus der Historie. Samenspende gab es 1991 schon viele Jahrzehnte lang. ICSI war noch nicht erfunden und Samenspende war eine etablierte Methode der Behandlung für eine kleine Gruppe von Kinderwunschpaaren. Eizellspende war 1991 theoretisch denkbar und medizinisch machbar, erschien jedoch wie eine futuristische Methode aus einer unkontrollierbaren zukünftigen Welt. Zudem bestand und besteht natürlich der große Unterschied, wie Samen- bzw. Eizellen gewonnen werden. Eine Spermaprobe ist schmerzfrei zu bekommen, eine Eizellspende erfordert doch ein ganz anderes Prozedere aus hormoneller Behandlung, Narkose und Punktion und birgt zudem die Möglichkeit einer Überstimulation der Spenderin (siehe Spenderin / wie wird sie ausgewählt). Eine schwere Überstimulation muss stationär im Krankenhaus überwacht werden.

Eizellspende wird in Deutschland höchstwahrscheinlich auch weiter verboten bleiben, da es dazu einer Änderung des Embryonenschutzgesetzes bedarf. Ein politischer Wille ist dazu derzeit nicht erkennbar. Eizellspende polarisiert die öffentliche Meinung. Nur wenige Politiker möchten sich mit Blick auf ihre Wähler für ein ethisch stark umstrittenen Thema einsetzen.

Unerfüllter Kinderwunsch wird von der deutschen Politik mehr als Lifestyle-Problem denn als gravierende gesundheitliche Einschränkung gesehen. Die 50%-Kostenbeteiligung an IVF/ICSI seit 1.1.2004 und der PID-Kompromiss des deutschen Bundestages vom Sommer 2011 weisen eindeutig in die Richtung, dass Sterilität nur sehr bedingt als Krankheit wahrgenommen wird (außer z.B. schwerwiegende genetische Dispositionen). Zudem stehen Frauen, die einer Eizellspende bedürfen, in Verruf, ihre Familienplanung aus freien Stücken zu lange nach hinten verschoben zu haben (siehe Ablauf / wem hilft es).



Deutsche Frauen sollten also nicht darauf warten, dass es in Deutschland für Sie möglich sein wird, sich Eizellen spenden zu lassen, sondern reisen besser ins Ausland.
Deutsche IVF-Ärzte werden auf internationalen reproduktionsmedizinischen Kongressen, auf denen Eizellspende seit vielen Jahren ein selbstverständliches Thema ist, bei diesem Thema weiter interessiert zuhören, die Methode aber nicht anwenden oder empfehlen dürfen.
Europäische IVF-Zentren (wie z.B. in Spanien, Tschechien und anderen Ländern) haben sich auf die deutsche Gesetzeslage eingestellt und steuern die medizinische Vorbereitung der deutschen Empfängerin aus dem Ausland, um den deutschen Arzt nicht in juristische Schwierigkeiten zu bringen.

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